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    Pressemitteilung

    27.09.2005
    Hamburg Airport: Flugunfallübung 2005 - die Hintergründe

    Am 27. September wird am Flughafen Hamburg der Ernstfall geprobt. Zweck der übung ist es, das Ineinandergreifen aller Kräfte im Notfall zu trainieren. Dann kommt es vor allem auf die fehlerfreie Koordination und auf die optimale Zusammenarbeit der Einsatzkräfte untereinander an. Entsprechend den Richtlinien der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) wird alle zwei Jahre eine große Flugunfall-übung am Hamburg Airport durchgeführt.

    Diesjähriges Szenario: Einbrechen des Bugfahrwerks bei Landung
    Konkret wird das diesjährige Szenario wie folgt ablaufen: Der Pilot des imaginären Fluges BSA 211 von Athen über Stuttgart nach Athen legt in Hamburg eine Zwischenladung ein, um Passagiere aufzunehmen und Rückkehrer aussteigen zu lassen. An Bord sind 60 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder. Die Boeing 707 landet auf der Landebahn 05. Beim Aufsetzen des Bugfahrwerks bricht dieses nach links ein, die Maschine schert nach rechts aus und rutscht unkontrolliert über die Grasfläche und Rollbahn Lima in Richtung Vorfeld 2. Zwei auf Rollgasse L6 stehende Technikfahrzeuge werden von dem Flugzeug mitgerissen, bevor es auf Vorfeld 2 zum Stillstand kommt. Es kommt zu Rauchentwicklung in beiden Hauptfahrwerken. Die Deutsche Flugsicherung („der Tower“) löst sofort unter dem Stichwort „Großer Flugunfall“ Alarm bei der Feuerwehr, bei der Zentralen Vorfeldkontrolle des Flughafens und bei der Bundespolizei aus. Umgehend werden über eine interne Alarmierungsliste alle wichtigen Einsatzkräfte des Flughafens verständigt und mobilisiert. Punkt für Punkt greift jetzt ein von der Verkehrsleitung am Flughafen vorbereiteter detaillierter Sicherheitsplan, der genaue Abläufe für die verschiedensten Ausnahmesituationen vorsieht. Gemäß der Beschreibung der Umstände, wie beispielsweise Zustand des Fluggerätes, Lage der Schadensstelle im Flughafengelände und Anzahl der Personen an Bord, erfolgt eine Beurteilung des zu erwartenden Schadens.

    Das Szenario sieht vor, dass das Flugzeug um 10.00 Uhr landet. Zum Stehen kommt die Maschine auf dem Vorfeld 2, also in der Nähe der Lufthansa Technik, etwa auf der Höhe Sportallee / Weg beim Jäger. Aus dem verunglückten Flugzeug bringen sich Passagiere in Sicherheit und irren im Bereich der Unglückstelle herum. Sämtliche Rahmenbedingungen gewährleisten eine praxisnahe Probe unter realistischen Bedingungen.

    Die Flughafen-Feuerwehr ist als Erste vor Ort, dann rückt die Hamburger Feuerwehr an. Die überhitzten Bremsen des Fahrwerkes müssen abgekühlt werden, um den Ausbruch eines Feuers zu vermeiden. Sobald die Berufsfeuerwehr vor Ort eingetroffen ist und die Einsatzleitung am Schadensort übernommen hat, zieht sich die Flughafen-Feuerwehr zurück, um wieder in regulärer Bereitschaft für den normalen Betrieb tätig zu sein.

    Rettung und Versorgung von Verletzten sowie Angehörigen-Betreuung
    Zur Notfall-übung gehört jedoch nicht nur die technische Hilfeleistung durch die Feuerwehren. Geprobt wird gleichzeitig auch die medizinische Versorgung von 27 „Verletzten“ und die Bergung von 5 „Toten“, die in der übung von Polizei-Schülern, Schülern der Hotelfachschule Hamburg, Mitgliedern der „Hamburg Airport Friends“ und Mitarbeitern des U.S. Generalkonsulats dargestellt werden. Zusätzlich zu den unmittelbaren Opfern und den 30 unverletzten „Passagieren“ brauchen etwa 30 „Abholer“ und „Angehörige“ der Passagiere, die im Ankunftsbereich der Terminals 1 und 2 warten, Fürsorge. In hierfür festgelegten Warteräumen richtet Hamburg Airport sofort nach Alarmauslösung Evakuierungs- und Betreuungsräume ein, das sogenannte EVA-Zentrum, wohin die Abholer und die Leicht- oder Unverletzten mit Bussen gebracht werden. Getrennt voneinander werden sie psychosozial betreut. Decken, Getränke und Snacks werden dort ebenso bereit gehalten wie Kinderspielzeug und Teddys. Jedem „Darsteller“ ist eine Identität zugeordnet. Mitarbeiter des Polizeikommissariats 34 stellen die Personalien fest, gleichen die Angaben mit ihren Daten ab und befragen Zeugen.

    Psychologische Erstbetreuung durch geschultes Personal
    Hamburg Airport sendet umgehend 15 Mitarbeiter seines ständig zur Verfügung stehenden Teams für Hilfeleistung und Erstbetreuung vor Ort („THEO“), das die Betreuung übernimmt. Die speziell ausgebildeten Flughafen-Mitarbeiter kümmern sich um Leicht- und Unverletzte und stehen für viele Fragen und als Ansprechpartner zur Verfügung. Die seelsorgerische Betreuung wird durch den Flughafenpastor und die Notfallseelsorge Hamburg durchgeführt. Auch die Lufthansa stellt Kräfte zur Verfügung: Das Special Assistance Team („SAT“) ist trainiert für den Umgang mit Personen, die unter Schock stehen oder besondere Betreuung nach traumatischen Erlebnissen brauchen.

    Hamburg Airport ist bestens vorbereitet
    Sicherheit hat am Hamburg Airport höchste Priorität. Hier sind alle Mitarbeiter gut ausgebildet, einen möglichen Unfall so rasch wie möglich unter Kontrolle zu bringen und die notwendigen Abläufe fließend zu beherrschen. Deshalb wird die Flugunfallübung mit allen Beteiligten bis ins letzte Detail ausgewertet. Um im Notfall professionell und wirksam handeln zu können, ist eine gute Vorbereitung auf die Ausnahmesituation wichtig – in technischer, organisatorischer und personeller Hinsicht. Hamburg Airport lässt sich seinen Sicherheitsstandard etwas kosten: Für sämtliche Sicherheitsmaßnahmen einschließlich Schulungen von Wach- und Sicherheitspersonal und der Bereitstellung von Kommunikationsmitteln fallen pro Jahr Aufwendungen in Höhe von 400.000 bis 500.000 Euro an.

    Während der übung läuft der Flugverkehr ohne Beeinträchtigungen weiter.




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